2. Offener Brief von Dortmunder Ärztinnen und Ärzten
zur PCB-Verseuchung im Dortmunder Hafen.

Mit einem offenen Brief wenden sich Dortmunder Ärztinnen und Ärzte an die zuständigen Minister von NRW. Sie möchten den Inhalt des Schreibens in einem kurzen Gespräch Mittwoch, dem 9.Mai 2012, um 13:30 Uhr im Rathaus-Cafe erläutern.

" Sehr geehrte Frau Ministerin Steffens, sehr geehrte Herren Minister Remmel und Schneider, die ersten Daten des medizinischen Nachsorgeprogramms für ENVIO-Beschäftigte liefern ein erschütterndes Ergebnis. Von 272 untersuchten Arbeitern wurde nur 1 Jahr nach Schließung der Anlage bereits bei 6 Personen eine Krebserkrankung neu diagnostiziert und bei weiteren 40 schwere PCP-bezogene Umwelterkrankungen. Eine Person hat sogar 25000-fach erhöhte PCB-Werte."

So beginnt der 2. offene Brief, den ganzen Wortlaut gibt es > hier.

 
Spendenaufruf 10.000 EURO für die Envio-Opfer
Ab dem 9. Mai 2012 steht die Führungsspitze von Envio vor Gericht. Die Angeklagten, darunter Envio-Geschäftsführer Dirk Neupert, werden wegen vorsätzlicher Körperverletzung in über 50 Fällen angeklagt.

Eine Frage der Gerechtigkeit.
Für die rechtliche Vertretung der geschädigten ENVIO-Arbeiter konnte der prominente Anwalt Dr. Birkenstock gewonnen werden. Nun möchte eine Initiative den Nebenklägern ein Gutachten ermöglichen, dass sich dazu äußert, wie gefährlich PCB tatsächlich ist. Die Ergebnisse der Gutachten, die in den Prozess eingebracht werden, sind entscheidend — auch in Bezug auf die Höhe der zu zahlenden Entschädigungen. 

Warum ist das Gutachten so wichtig?
Das Gutachten ist sehr wichtig, weil die Angeklagten versuchen werden, Gutachten anzubringen, die die Wirkung von PCB stark verharmlosen. ENVIO ist für heutige und später auftretende Schäden verantwortlich. Daher bitte die Initiative diesen Spendenaufruf zu unterstützen, damit auch die Arbeiter die Chance haben, einen Gutachter zu beauftragen, der Stellung zu den beiden ENVIO-Gutachten nehmen wird.

Mehr dazu auf der Website der Initiative des Opfer-Fonds > hier.
Und ein Artikel dazu bei "ruhrbarone. Journalisten bloggen das Revier".
 
Die Antworten
1. Auf die Kleine Anfrage vom 31.01.2012 im Landtag NRW des Abgeordneten Rüdiger Sagel (DIE LINKE) zum PCB-Skandal am Dortmunder Hafen liegt jetzt die Antwort von Minister Johannes Remmel vor.

2. Die öffentliche Antwort der Wirtschaftsförderung vom 16.03.2012 auf die Anfrage der Linken im Umweltausschuss der Stadt vom 01.02.2012.

 
Unsere Forderungen

Wir fordern die Sicherung und gefahrlose Verwertung der Güter und eine nachhaltige Sanierung des Envio- Geländes für unsere Zukunft in diesem Stadtteil!

Die Nordstadt wurde über Jahre durch PCB, eines der gefährlichsten Umweltgifte verseucht. Dies wurde durch die skandalösen Betriebsabläufe bei Envio und die Untätigkeit von Aufsichtsbehörden verursacht. Neben dem Hafengebiet sind auch die angrenzenden Kleingartenanlagen, der Fredenbaumpark, der Kanal und unser Wohngebiet davon betroffen. Nach der Eröffnung des Insolvenzverfahrens und der Gläubigerversammlung am 22.02.2012 muss bei der Sicherung des Geländes, der anstehenden Verwertung der Güter und den Sanierungsmaßnahmen unbedingt eine Gefahrabwendung für die Anwohner und die Beschäftigten im Hafengebiet im Vordergrund stehen.

Sicherung: Wir fordern, dass das Gelände ist im Zuge der Gefahrenabwehr sofort gesichert wird eine drohende Flugkontamination durch Feinstäube ausgeschlossen sein muss der Zugang für Unbefugte unterbunden werden muss, um Manipulationen zu verhindern die umliegenden Betriebsgelände in die Sicherung einbezogen werden.

Verwertung und Entsorgung: Wir fordern, dass eine fachgerechte Reinigung und Verwertung der mindestens 1.800 Tonnen Güter erfolgt die Reinigung dem neusten Verfahrenstand entspricht und die vorgegebenen Grenzwerte hinterfragt werden bei der Entsorgung von mindestens 1.100 Tonnen Giftmüll eine gefahrlose Entschleusung gewährleistet ist.

Sanierung: Wir fordern, dass die Hallen, von denen mindestens eine hoch und zwei extrem verseucht sind, gereinigt und abgerissen werden die Kosten für die Sanierung der Freiflächen und des Untergrundes (es handelt sich um eine zweistellige Millionensumme und es geht um mindestens 55 000 m2 Gelände) bereitgestellt werden eine komplette Auskofferung des Geländes (mindestens 10 Meter tief) durchgeführt wird.

Alle Maßnahmen müssen transparent sein und durch ein unabhängiges Gremium begleitet werden.

Wir fordern die Einrichtung eines Fonds des Landes NRW zur Deckung der Folgeko­sten des Envio-Skandals.

Unsere Forderung zum Download > hier.

 
Creative Commons Lizenzvertrag
Diese Seite bzw. die Inhalte stehen unter einer Creative Commons Namensnennung-Nicht-kommerziell-Weitergabe unter gleichen Bedingungen 3.0 Unported Lizenz.
Die Webseite wurde mit Joomla! erstellt. Konzept + Realisation: 2punktnull.com
Das Template "social-free" ist von a4joomla